Richtungswechsel

In ihren Gesichtern keine Regung,
in ihren Körpern keine Bewegung,
so sitzen sie auf harten Bänken,
eine Richtung ihr Blick, eine Richtung ihr Denken.
Einer da vorn, der verschafft ihnen Wissen,
dabei lässt sein Ton jede Freude vermissen.
Doch dann wird die ewige Ruhe gestört,
ein Raunen kommt auf, „Es ist unerhört!“
Einer kommt zu spät und zieht sich dann
eine leere Bank zum Sitzen heran,
stellt sie auf ganz schräg zur ersten,
die starren Masken beginnen zu bersten,
Unglauben im Blick, aber auch Haß,
nervöses Tuscheln: „Was soll denn das?!“
Bis dann einer von ihnen die Stimme erhebt,
die vor Wut und Verachtung bebt:
„Wie kommt’s, dass er es immer wieder schafft,
in eine and’re Richtung als wir zu sehn?“
Da spricht jener laut und mit Leidenschaft:
„Die mit allen in eine Richtung gehn,
werden irgendwann die Verlierer sein.“

(Copyright Ines Langs, 25. April 2008)